Die­sel­gate und Som­mer­mär­chen

Legal Tribune Online 10.11.2015

Das Ansehen von “Made in Germany” ist infolge der VW- und DFB-Skandale angeschlagen – das schadet der Volkswirtschaft als Ganzes. Hermann Dück schlägt vor, die Herkunftsbezeichnung als Kollektivmarke mit festen Standards zu verankern.
“Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!” soll schon Lenin gesagt haben. Oft kommt diese Erkenntnis zu spät. Welche Folgen falsche Anreize und Intransparenz haben können, zeigt sich aktuell an den Fällen von VW und DFB. Während VW aufgrund der Abgasaffäre möglichen Strafzahlungen und Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe entgegensieht, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den DFB wegen Anfangsverdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall in Zusammenhang mit der WM-Vergabe 2006.
Als größtes Unternehmen des Landes galt VW bislang als Repräsentant deutscher Wertarbeit…
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Der Autor Dr. iur. Hermann Dück, Siegen hat zum Thema “Made in Germany” zwischen Auslaufmodell und Gütesiegel (LIT Verlag, Münster 2015) promoviert.

Rezession macht “Made in Germany” zu schaffen

02.07.2013, FORMAT.AT
Aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation in Europa sehen sich viele Autobauer dazu gezwungen, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Bevorzugtes Ziel dabei: Nord-, Südamerika und China.
Die deutschen Autobauer wenden sich immer stärker von ihrem krisengebeutelten Heimatkontinent ab. Die Rezession in weiten Teilen Europas sorgt dafür, dass der Anteil der Produktion in Übersee immer weiter steigt.
Für 2013 prognostizierte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag einen Zuwachs der Produktion außerhalb Deutschlands um sechs Prozent auf dann 8,7 Millionen Fahrzeuge. Die Inlandsproduktion schrumpft zugleich voraussichtlich um knapp vier Prozent. Damit klettert der Anteil der Auslandsproduktion an der Gesamtfertigung auf 63 (2012: 60) Prozent, wie Verbandschef Matthias Wissmann in Berlin erläuterte.
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EU-Gesetz will „Made in Germany“ abschaffen

Deutsche Mittelstandsnachrichten vom 15.02.2013
Unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes will die EU-Kommission eine Neuregelung der „Made in“-Kennzeichnung durchsetzen. Ausschlaggebend für die Länderangabe soll nun sein, wo der letzte Bearbeitungsschritt stattfindet. Doch dadurch würden deutsche Unternehmen stigmatisiert. 
Am Mittwoch legte die EU-Kommission Gesetzesvorschläge vor, welche die Angabe des Herkunftslandes auf allen in der EU verkauften Verbraucher-Produkten vorschreiben sollen. Das Entscheidende an der Neuregelung ist, dass nun der letzte Bearbeitungsschritt für die Länderangabe ausschlaggebend ist. Bisher darf das Label „Made in Germany“ dann verwendet werden, wenn das Produkt seine wesentlichen Eigenschaften in Deutschland erhalten hat…
…Doch durch die Änderungen würden deutsche Unternehmen massiv benachteiligt, sagt Christoph Schäfer vom Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Doch durch die Änderungen würden deutsche Unternehmen massiv benachteiligt, sagt Christoph Schäfer vom Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Denn selbst wenn in Deutschland ein Großteil der Wertschöpfung stattfinde wie das Design oder die Produktion hochwertiger Stoffe, könne nun den Produkten das Label „Made in Germany“ verwehrt werden.
Wenn nämlich der letzte Produktionsschritt im Ausland stattfinde, dann müsse dieses Land genannt werden, so Schäfer…
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Glanz von “Made in Germany”

Die Gründe, warum mittelständische Firmen an die Neiße kommen, sind vielfältig Von Constantin von Pocci und Stefan Seewald – 9. Oktober 2012

Es ist das typische Bild: Deutsche Firmen verlagern Arbeitsplätze ins Ausland – um konkurrenzfähig zu werden. Da klingt es beinahe wie verkehrte Welt, wenn der Pole Marek Kaliga erläutert, dass er eine Firmenniederlassung in Görlitz gegründet hat – um konkurrenzfähig zu werden. Kaligas Firma tp-Elbud produziert in Polen Schaltschränke und liefert diese beinahe in alle Welt – Deutschland, Russland, Brasilien. An einem der Schaltschränke hängt ein Schild, auf dem “Faluja” steht. Die derzeitige Produktion geht in den Irak. Der Wiederaufbau des kriegsgeschundenen Landes beginnt auch hier in Görlitz…
…Daher entschied sich Kaliga, eine Firma in Deutschland zu gründen. Die Wahl auf Görlitz fiel schnell: nur 300 Kilometer von der Zentrale im Polen entfernt, fast alles Autobahn. Das Ziel: Produkte für die Premiummärkte in Saudi-Arabien, Dubai und Abu Dhabi nach deutschem Standard zu produzieren, um diese dann mit dem Label “Made in Germany” vermarkten zu dürfen…
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Made in Germany – Gefährliches Gütesiegel

SZ vom 23.08.2012, ein Kommentar von Björn Finke
Design, Forschung, Tüftlergeist – mit diesen Tugenden wurde Deutschland zum Ausstatter der Globalisierung. Noch heute vertrauen die Kunden darauf, deutsche Wertarbeit einzukaufen. Aber was haben die Beschäftigten hierzulande davon, wenn Konzerne neue Fabriken immer öfter im Ausland ansiedeln? Bald nicht mehr viel.
Dreiste Kopien heimischer Waren, nur billiger und schlecht verarbeitet: Die Industriebosse sind empört und fordern von der Regierung ein hartes Vorgehen gegen die Plagiateure aus dem aufstrebenden Staat.
Das klingt nach einer der vielen Handelsstreitigkeiten, die sich an Produkten aus China entzünden. Tatsächlich war aber in diesem Fall Deutschland der Missetäter, genauer: das Deutsche Reich. Die wegweisende Episode spielt 1887, und die gereizten Industriebosse saßen in Großbritannien.
Ihre Intervention in London stand am Anfang einer beispiellosen Erfolgsgeschichte, sie schuf eines der wertvollsten Markenzeichen der Welt: Made in Germany. Um die Bevölkerung vor minderwertigen Einfuhren aus dem Reich der Hunnen zu warnen, vergatterte die britische Regierung vor 125 Jahren, am 23. August 1887, deutsche Hersteller dazu, ihre Waren mit jenem Kennzeichen zu markieren: Hergestellt in Deutschland.
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Streben nach Größe – China kauft “Made in Germany”

n-tv.de, 23.08.2012
Kaufen, wenn die Kanonen donnern: China nimmt sich an der alten Börsenweisheit ein Beispiel und streckt seine Fühler nach deutschen Unternehmen aus. Der niedrige Euro-Kurs und die Schuldenkrise in der Eurozone versprechen einige Technologie-Schnäppchen. Genügend finanzielle Mittel sind vorhanden.

Es könnte die bislang größte chinesische Investition in Deutschland werden. Am Hauptsitz der Shandong Heavy Industry Group in der Provinzhauptstadt Jinan in Ostchina ist Nervosität und Zurückhaltung zu spüren. Das Interesse an einem Einstieg beim deutschen Gabelstaplerhersteller Kion in Wiesbaden ist offensichtlich. Auch fehlt es nicht am Geld in den Kassen des großen chinesischen Baumaschinenproduzenten, der mächtig vom Bauboom in China profitiert. Aber wo die Verhandlungen stehen, wollte in der Investitionsabteilung des Staatskonzerns niemand sagen.

Die zuständigen Leute, die Details wüssten, seien eben “alle in Deutschland”, sagte ein Mitarbeiter. Von einem möglichen Kaufpreis von 700 Mio. oder 800 Mlo. Euro berichten das “Handelsblatt” und das “Manager Magazin”. Verhandelt werde mit den Besitzern Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Goldman Sachs. Im Gespräch sei eine Kapitalerhöhung, die den Chinesen einen Anteil von 25 Prozent an dem Unternehmen sichern würde, das zu den weltweit führenden Herstellern von Stapelfahrzeugen gehört…
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EU-Diskussion über Gütesiegel “Made in Germany” sorgt für Verwirrung

INGENIUER 360, Datum: 02.2.12
„Made in Germany“, diese Produktkennzeichnung stellt weltweit ein hochkarätiges Gütesiegel dar und ist von dementsprechend großer Bedeutung für die deutsche Industrie.
Nach dem gängigen EU-Ursprungsrecht wird die Länderbezeichnung eines Produktes danach vergeben, wo dessen letzter wesentlicher Produktionsschritt stattfindet.
Der litauische EU-Kommissar Algirdas Semeta, zuständig für das Ressort Steuern und Zollunion, Audit und Betrugsbekämpfung, löste mit seinem Vorstoß zur Änderung des Ursprungsrechts blanke Empörung in der deutschen Industrie aus. Nach Semetas Vorstellung soll die Ursprungsbezeichnung künftig zusätzlich berücksichtigen, dass mindestens 45% der verarbeiteten Produktteile aus dem Ursprungsland stammen…
…Dies würde einen spürbaren Konjunkturschub der europäischen Wirtschaft zur Folge haben, mit entsprechend steigenden Steuereinnahmen für die Regierungen.

Somit ist Semetas Vorschlag durchaus berechtigt und zudem würde er für größere Produkttransparenz sorgen, denn gegenwärtig können Verbraucher kaum abschätzen, wo und unter welchen Bedingungen ein Produkt überhaupt gefertigt wurde.
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IHK streitet für „Made in Germany“

P.T. Magazin, 31. Dezember 2011,  von: Stefan Möslein
(IHK Halle) Nach den Plänen der Europäischen Kommission gerät das Gütesiegel „Made in Germany“ in Gefahr. Davor warnt die Industrie-und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) ihre Mitgliedsunternehmen. Demnach wolle die EU ein komplizierteres Verfahren für Herkunftsbezeichnungen von Produkten einführen. „Die geplante Neuregelung des Zollwesens bedroht den Verkaufsschlager ‚Made in Germany’…
…Folge: Produkte gelten nicht mehr als „Made in Germany“, wenn die Kosten
für Vormaterialien oder Rohstoffe aus Drittländern einen gewissen Wert
übersteigen. Dies gelte selbst für Waren, die komplett in Deutschland fertiggestellt werden. „Durch die veränderten Ursprungsregeln entsteht ein
unnötiger Verwaltungsaufwand“, kritisiert Stodtko…

Made in Germany – Geschichte und Bedeutung

stuttgart.businesson.de, Das regionale Wirtschaftsmagazin, 23.09.2011

Deutschland. Als Mitte des 19. Jahrhunderts europaweit die Industrialisierung eingesetzt hatte und die Nachfrage für entsprechende Produkte stark angestiegen war, versuchte man zunächst in Großbritannien, sich gegen den Import ausländischer Produkte zu schützen. Damit begann die Geschichte der Kennzeichnungspflicht für Güter aller Art…
Als Mitte des 19. Jahrhunderts europaweit die Industrialisierung begonnen hatte, versuchte man im “Mutterland” der Industrie – Großbritannien – sich vor der unliebsamen Konkurrenz aus dem Ausland zu schützen. Ein Verbot ausländischer Produkte kam aus Angst vor entsprechenden Reaktionen anderer Staaten nicht in Frage. Also wurde auf Druck der Wirtschaft am 23. August 1887 das britische Handelsmarkengesetz (Merchandise Marks Act 1887) erlassen, das vorschrieb, dass künftig auf Waren eine eindeutige Bezeichnung für das Herkunftsland anzugeben sei. Im Jahre 1891 wurde das „Madrider Abkommen über die Unterdrückung falscher Herkunftsangaben auf Waren“ vereinbart. Zahlreiche andere Staaten – aber nicht alle – übernehmen damit diese Kennzeichnungs-vorschrift. Vollständiger Artikel

Made in Germany schlägt billigeres Ausland

Welt-Online 16.11.2009 Autor: Carsten Dierig
Immer weniger Firmen verlagern ihre Produktion ins Ausland. Viele holen sogar ihre Herstellung zurück nach Deutschland. Hauptgrund für diese Entwicklung sind die gravierenden Qualitätsprobleme im Ausland. Und das ist noch nicht alles. So sind auch in den vermeintlich billigen Standorten die Löhne heftig gestiegen.

Deutschland hat als Produktionsstandort an Attraktivität gewonnen. Trotz Wirtschaftskrise verlagern deutlich weniger Unternehmen ihre Fertigung ins Ausland. Das ergab eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung im Auftrag des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Der Untersuchung zufolge hat sich die Zahl der Verlagerungen seit 2006 um fast die Hälfte reduziert – auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren. „Wir erleben eine Renaissance des Produktionsstandorts Deutschland. Made in Germany schlägt Low Cost“, sagt VDI-Direktor Willi Fuchs.  Vollständiger Artikel

EIN LABEL GEHT UM DIE WELT

Spiegel-Online vom 26.08.2008, Von Tietz, Janko
Mit “Made in Germany” avancierte Deutschland zur drittgrößten Wirtschaftsnation. Mit dem Gütesiegel verbindet man solide Verarbeitung und Langlebigkeit. Dabei war es einst ein Warnhinweis.
Zwei der skurrilsten Exemplare deutscher Wertarbeit liegen in einer Vitrine des kürzlich eröffneten Deutschen Uhrenmuseums im sächsischen Glashütte. Es sind Ausführungen analoger Armbanduhren der Baureihe Spezimatic, Baujahr 1966, eines Zeitmessers mit vergoldetem Stahlrahmen, automatischem Aufzug und edlem Perlmutt-Ziffernblatt. In einem Quelle-Katalog aus der Frühjahr/Sommer-Saison desselben Jahres – in der Vitrine direkt daneben drapiert – sind beide Uhren abgebildet. Die eine unter der Quelle-eigenen Marke “Anker”, damals zu haben zwischen 149 und 298 Mark. Etwas tiefer fand der kundige Käufer eine leicht abgewandelte Uhr unter der Bezeichnung “Glashütte” zu Preisen zwischen 39,50 und 69 Mark, zu Preisen also, die sich, so die Quelle-Werbung, “jeder leisten kann”.

Was der damalige Konsument nicht wissen konnte: Beide Uhren stammen aus ein und derselben Firma, dem VEB Glashütter Uhrenbetriebe. Und auf beiden Uhrenböden prangte wie selbstverständlich der Schriftzug “Made in Germany”.
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Produkte aus Deutschland sind gefragt wie nie

WirtschaftsWoche, Heft 22, 25.05.2007, Melanie Bergermann, gefunden bei Trigema 

Lange ist es um die Marke Made in Germany still gewesen. Jetzt feiert sie ein glänzendes Comeback. Produkte und Marken aus Deutschland sind gefragt und hip wie nie. Ein enormes Potenzial für heimische Unternehmen – sie müssen es nur heben.

In einem Frankfurter Drogeriemarkt begutachtet eine junge Frau Gesichtscreme-Tuben. Schon mehr als zehn Minuten verbringt sie vor dem Regal. Die Tochter im Kinderwagen jammert, der ältere Junge zerrt an der Jacke der Mama.
Offensichtlich findet die Kundin nicht, was sie sucht und zieht eine Verkäuferin zu Rate. „Kommt das aus Deutschland?“, fragt sie und zeigt auf ein Töpfchen Nivea-Nachtcreme. „So weit ich weiß, ist Nivea eine deutsche Marke“, sagt dieBeraterin. „Das reicht mir nicht. Ich möchte wissen, ob das auch in Deutschland hergestellt wird“, sagt die Kundin. Die Verkäuferin ist überfragt.

Einige Kilometer weiter im Kaufhof an der Zeil stöbert eine Frau nach Kopfkissen, nimmt zwei in die engere Wahl. Warum das eine 15 Euro kostet und das andere 20? „Das Teure ist von Paradies und wird in Deutschland hergestellt“, sagt eine
Verkäuferin, das andere komme aus dem Ausland. „Nur fünf Euro mehr für ein Produkt aus Deutschland? Das ist es mir wert“, sagt die Kundin und geht zur Kasse.  Vollständiger Artikel 

MARKEN – Von wegen Made in Germany

FOCUS Money Online, Montag, 03.05.2004
Viele Waren tragen nur noch einen deutschen Namen – entstehen aber größtenteils im Ausland. Sind die Konzernchefs unpatriotisch?
Die Deutschen lieben ihre deutschen Marken. Umfragen zeigen immer wieder: Bei Süßigkeiten muss es Haribo sein, für die Hautpflege ist Nivea erste Wahl, und Autos betanken sie vorzugsweise mit Aral. Besteht der deutsche Durchschnittsalltag also aus durchweg deutschen Produkten? Mitnichten. Was nur wenige wissen: Die Haribo-Goldbären stammen nicht nur aus Bonn, sondern auch aus Frankreich, Spanien und England. Niveas Gesichtscremes entstehen in Mailand und Paris. Und die 80 Jahre alte Bochumer Marke Aral gehört seit 2002 zum Imperium des britischen Ölmulti BP. Vollständiger Artikel