Offener Brief: Forscher und Politiker fordern 30-Stunden-Woche

Spiegel-Online 11.02.2013
Es klingt ein wenig wie ein Aufruf aus den siebziger Jahren. Hundert Wissenschaftler, Gewerkschafter und Politiker fordern eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Begründung: Ein “Überangebot an den Arbeitsmärkten” führe zu schrumpfenden Gehältern.
Niedrige Löhne, befristete Beschäftigungen, Fachkräftemangel – diese Probleme werden aktuell beim Thema Arbeitsmarkt diskutiert. Von kürzeren Arbeitszeiten war lange nicht mehr die Rede. Nun wagen mehr als hundert Forscher, Politiker und Gewerkschafter einen neuen Vorstoß – sie fordern eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. In einem Brief, der am Montag veröffentlicht werden soll, wenden sie sich laut “tageszeitung” (taz) an die Vorstände ihrer Organisationen und Verbände. Unter den Unterzeichnern sind der Zeitung zufolge Katja Kipping und Sahra Wagenknecht von der Linkspartei sowie der Sozialphilosoph Oskar Negt.
“Wir brauchen ein gesamtgesellschaftliches Projekt Arbeitszeitverkürzung, es kann keine rein tarifpolitische Aufgabe mehr sein”, sagte Hein-Josef Bontrup, Wirtschaftsrechtler an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen und Mitinitiator des Briefs, der “taz”. Hintergrund der Forderung sei die hohe Arbeitslosigkeit in Europa. “Ein Überangebot an den Arbeitsmärkten führt zu Lohnverfall”, heiße es in dem Aufruf. Die Krisenlasten dürften nicht länger der lohnabhängigen Bevölkerungsmehrheit und den Arbeitslosen aufgebürdet werden.
            Das Konzept bezieht sich ausdrücklich auch auf Deutschland. “Neben den offiziell etwas über drei Millionen Arbeitslosen gibt es hierzulande über drei Millionen Teilzeitbeschäftigte, die im Schnitt 14,7 Stunden in der Woche arbeiten und denen das nicht reicht”, sagte Bontrup der “taz”…
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“Made in Germany” boomt – Apokalypse fällt aus

Die Welt vom 8.2.2013 von Ulf Poschardt
Die Selbstdemontage der christlich-liberalen Koalition ist unsäglich, hat der deutschen Wirtschaft aber nicht geschadet. Der ökonomische Kurs stimmt. Wichtig ist nun vor allem eines – Kontinuität.
“Denn wer da hat, dem wird gegeben”, heißt es in der Bibel. Dieser Matthäus-Effekt (nach dem Evangelium benannt) denkt Nachhaltigkeit vom Erfolg her. Nachhaltig erfolgreich ist nur, wer diesen Erfolg solide vorbereitet und sorgsam hütet. Der jüngste deutsche Exportrekord verdeutlicht, wie entschieden die Lehren aus den Jahren der Krise gezogen wurden, als Deutschland “der kranke Mann Europas” war. Heute ist er so genesen, dass er unübersehbar seine Nachbarn überragt.

Gründe dafür gibt es viele: von der neoliberalen Wende in den Talkshows der späten 90er-Jahre über die schröderschen Reformen bis hin zu der Radikalität, mit der deutsche Unternehmer ihre Betriebe schrumpften, neu erfanden und modernisierten. Das Trauma der Standortschwäche war derart schmerzhaft empfunden worden, dass eine Wiederholung ausgeschlossen werden sollte…
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Globaler Reichtum wandert nach Süd und Ost

Der folgende Artikel ist eine Bestätigung unserer “theoretischen” Aussagen, die wir in unserer Rubrik “Arbeitsmarkt und Globalisierung” gemacht haben! Dabei wird verschwiegen, das das niedrige Wachstum in den Industrieländern meistens noch nicht mal die Inflationsrate ausgleicht!

Wohlstands-Umverteilung bedeutet Reformdruck für Entwicklungsländer

Paris/Hohenheim (pte019/22.11.2011/13:05) – Während sich die USA und Europa mit Schuldenkrisen plagen, hat die Stunde der Schwellen- und Entwicklungsländer endgültig geschlagen. Der globale Wohlstand verlagert sich rasant von West nach Ost und von Nord nach Süd, zeigt ein soeben veröffentlichter Bericht der OECD http://www.oecd.org . Um Unruhen zu vermeiden, sollten die aufstrebenden Staaten mit dem neuen Reichtum allerdings unbedingt den sozialen Zusammenhalt stärken, so der dringende Appell der Experten.

Ende der Durststrecke
83 Entwicklungs- und Schwellenländer sind seit 2000 wirtschaftlich zumindest doppelt so schnell gewachsen wie die reichen Industrieländer, während dies in den 90er Jahren bloß bei zwölf Ländern der Fall gewesen war. “Die über 20-jährige Durststrecke verpasster Chancen und enttäuschender Leistung ist somit vorbei”, resümieren die Berichtsautoren.
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Armes Amerika, reiches China

Unter dem Punkt Arbeitsmarkt bei www.cobajo.de haben wir folgende Behauptung aufgestelt, die jetzt durch die Realität bestätigt wird.
“Bei freiem Austausch zwischen den Staaten (Globalisierung) fließt die “Ware” Arbeit dahin wo sie am preiswertesten ist. Wenn die “Ware” Arbeit im Überfluss vorhanden ist, dann sinkt der Preis der “Ware” Arbeit fast auf den Preis des niedrigsten Anbieters.
Diese Betrachtung ist nun sehr vereinfacht aber trotzdem tendenziell richtig und führt zum sinken der Arbeitslöhne in den Industrieländer, wenn diese sehr viele Waren aus Niedriglohnländern beziehen.”

Artikel in Spiegel-Online vom 15.10.2001 von Frank Patalong
Der Wohlstand der Amerikaner sinkt dramatisch. Laut einer Gallup-Umfrage haben 19 Prozent kein Geld für ausreichend Nahrung. Brisant ist der Vergleich mit China – hier beklagen dies nur 6 Prozent. Auch andere Armutsindikatoren zeigen: Den US-Bürgern geht es immer schlechter, den Chinesen immer besser…
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Die Ungleichheit wächst weiter

news.de – Redakteur Ralf Knüfer, Artikel vom 22.04.2011
Der Aufschwung in Deutschland ist da. Doch die Menschen am unteren Ende der Gesellschaft haben wenig davon. Gustav Horn, einer der bekanntesten deutschen Ökonomen, sagt im news.de-Interview, warum die Ungleichheit das Fundament für die nächste Krise ist…
…Das liegt daran, dass aus meiner Sicht eine tiefe intellektuelle Krise in der Ökonomie vorherrscht. Der gemeinsame Nenner lautete oft: Wir müssen mehr Ungleichheit schaffen, wir müssen die Löhne drücken, um mehr Arbeit zu schaffen, um die Integration in die Arbeitsgesellschaft möglich zu machen. Diese Theorien haben aus meiner Sicht krass versagt.  Vollständiger Artikel