Die­sel­gate und Som­mer­mär­chen

Legal Tribune Online 10.11.2015

Das Ansehen von “Made in Germany” ist infolge der VW- und DFB-Skandale angeschlagen – das schadet der Volkswirtschaft als Ganzes. Hermann Dück schlägt vor, die Herkunftsbezeichnung als Kollektivmarke mit festen Standards zu verankern.
“Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!” soll schon Lenin gesagt haben. Oft kommt diese Erkenntnis zu spät. Welche Folgen falsche Anreize und Intransparenz haben können, zeigt sich aktuell an den Fällen von VW und DFB. Während VW aufgrund der Abgasaffäre möglichen Strafzahlungen und Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe entgegensieht, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den DFB wegen Anfangsverdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall in Zusammenhang mit der WM-Vergabe 2006.
Als größtes Unternehmen des Landes galt VW bislang als Repräsentant deutscher Wertarbeit…
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Der Autor Dr. iur. Hermann Dück, Siegen hat zum Thema “Made in Germany” zwischen Auslaufmodell und Gütesiegel (LIT Verlag, Münster 2015) promoviert.

Made in Germany – Wir können’s selbst am besten: Sina Trinkwalder träumt vom eigenen Unternehmen

03.01.2014 RTL
Eine Unterwäschekollektion gefertigt von ungelernten Arbeitslosen

Soziale Großtat oder unternehmerischer Wahnsinn? In der neuen Real-Life-Doku “Made in Germany” wird sich zeigen, ob die engagierte Unternehmerin Sina Trinkwalder es schafft, Langzeitarbeitslosen endlich eine neue Job-Perspektive zu geben und das ausgerechnet in der kriselnden deutschen Textilindustrie. Wird es bald eine Unterwäschekollektion komplett “Made in Germany” in den Läden zu kaufen geben oder wird das Ganze zum finanziellen Fiasko?

In der ersten Folge der Real-Life-Doku legt die engagierte Jungunternehmerin Sina Trinkwalder den Grundstein für ein Projekt, das es in sich hat: eine Unterwäscheproduktion; vom Stoff bis hin zu den Arbeitsplätzen komplett “Made in Germany”…

Lies mehr über Made in Germany – Wir können’s selbst am besten: Sina Trinkwalder träumt vom eigenen Unternehmen – RTL.de bei www.rtl.de

Porsche Macan Made in Germany: Produktion im Werk Leipzig läuft an

03.01.2014 AUTO Zeitung dpa/az
Porsche Macan: Produktion im Werk Leipzig läuft an
Am 11. Februar wird die neue Macan-Fabrik mit eigenem Karosseriebau und eigener Lackiererei offiziell eröffnet. Doch die Serienproduktion für den Porsche Macan, den kleinen Bruder des sportlichen Geländewagens Cayenne, hat schon begonnen. Bis zu 50.000 Exemplare sollen nach den Angaben einer Sprecherin pro Jahr gebaut werden. In die neue Fabrik hat Porsche 500 Millionen Euro investiert und erstmals öffentliche Beihilfen in Anspruch genommen. Es entstanden 1500 neue Arbeitsplätze…

…BMW will in seinem Leipziger Werk mit den eigens konstruierten Elektroautos Automobilgeschichte schreiben. Seit Herbst wird hier der i3 hergestellt. Noch in diesem Jahr kommt der Hybridsportwagen i8 dazu. Wann genau Serienstart für den i8 ist, stehe noch nicht fest, sagte ein Werkssprecher. Für den i3 lägen mittlerweile über 10.000 Bestellungen und weltweit mehr als 100.000 Anfragen nach Probefahrten vor…
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Von Goethe lernen – dm-Gründer Götz Werner

24.01.2013 Deutsche Welle
Vor 40 Jahren hat Götz Werner seine erste Drogerie gegründet. Heute ist dm die in Europa führende Drogerie-Marktkette.
Auszubildende nennt er Lernlinge – seine Mitarbeiter werden überdurchschnittlich bezahlt, die Hierarchien im Unternehmen dm sind flach. Verständnis, Respekt und Eigenverantwortung stehen dabei an erster Stelle. Seine Kunden will Götz Werner mit dem abgewandelten Goethe-Wort “Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein” gewinnen…
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Rezession macht “Made in Germany” zu schaffen

02.07.2013, FORMAT.AT
Aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation in Europa sehen sich viele Autobauer dazu gezwungen, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Bevorzugtes Ziel dabei: Nord-, Südamerika und China.
Die deutschen Autobauer wenden sich immer stärker von ihrem krisengebeutelten Heimatkontinent ab. Die Rezession in weiten Teilen Europas sorgt dafür, dass der Anteil der Produktion in Übersee immer weiter steigt.
Für 2013 prognostizierte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag einen Zuwachs der Produktion außerhalb Deutschlands um sechs Prozent auf dann 8,7 Millionen Fahrzeuge. Die Inlandsproduktion schrumpft zugleich voraussichtlich um knapp vier Prozent. Damit klettert der Anteil der Auslandsproduktion an der Gesamtfertigung auf 63 (2012: 60) Prozent, wie Verbandschef Matthias Wissmann in Berlin erläuterte.
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EU-Gesetz will „Made in Germany“ abschaffen

Deutsche Mittelstandsnachrichten vom 15.02.2013
Unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes will die EU-Kommission eine Neuregelung der „Made in“-Kennzeichnung durchsetzen. Ausschlaggebend für die Länderangabe soll nun sein, wo der letzte Bearbeitungsschritt stattfindet. Doch dadurch würden deutsche Unternehmen stigmatisiert. 
Am Mittwoch legte die EU-Kommission Gesetzesvorschläge vor, welche die Angabe des Herkunftslandes auf allen in der EU verkauften Verbraucher-Produkten vorschreiben sollen. Das Entscheidende an der Neuregelung ist, dass nun der letzte Bearbeitungsschritt für die Länderangabe ausschlaggebend ist. Bisher darf das Label „Made in Germany“ dann verwendet werden, wenn das Produkt seine wesentlichen Eigenschaften in Deutschland erhalten hat…
…Doch durch die Änderungen würden deutsche Unternehmen massiv benachteiligt, sagt Christoph Schäfer vom Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Doch durch die Änderungen würden deutsche Unternehmen massiv benachteiligt, sagt Christoph Schäfer vom Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Denn selbst wenn in Deutschland ein Großteil der Wertschöpfung stattfinde wie das Design oder die Produktion hochwertiger Stoffe, könne nun den Produkten das Label „Made in Germany“ verwehrt werden.
Wenn nämlich der letzte Produktionsschritt im Ausland stattfinde, dann müsse dieses Land genannt werden, so Schäfer…
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Offener Brief: Forscher und Politiker fordern 30-Stunden-Woche

Spiegel-Online 11.02.2013
Es klingt ein wenig wie ein Aufruf aus den siebziger Jahren. Hundert Wissenschaftler, Gewerkschafter und Politiker fordern eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Begründung: Ein “Überangebot an den Arbeitsmärkten” führe zu schrumpfenden Gehältern.
Niedrige Löhne, befristete Beschäftigungen, Fachkräftemangel – diese Probleme werden aktuell beim Thema Arbeitsmarkt diskutiert. Von kürzeren Arbeitszeiten war lange nicht mehr die Rede. Nun wagen mehr als hundert Forscher, Politiker und Gewerkschafter einen neuen Vorstoß – sie fordern eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. In einem Brief, der am Montag veröffentlicht werden soll, wenden sie sich laut “tageszeitung” (taz) an die Vorstände ihrer Organisationen und Verbände. Unter den Unterzeichnern sind der Zeitung zufolge Katja Kipping und Sahra Wagenknecht von der Linkspartei sowie der Sozialphilosoph Oskar Negt.
“Wir brauchen ein gesamtgesellschaftliches Projekt Arbeitszeitverkürzung, es kann keine rein tarifpolitische Aufgabe mehr sein”, sagte Hein-Josef Bontrup, Wirtschaftsrechtler an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen und Mitinitiator des Briefs, der “taz”. Hintergrund der Forderung sei die hohe Arbeitslosigkeit in Europa. “Ein Überangebot an den Arbeitsmärkten führt zu Lohnverfall”, heiße es in dem Aufruf. Die Krisenlasten dürften nicht länger der lohnabhängigen Bevölkerungsmehrheit und den Arbeitslosen aufgebürdet werden.
            Das Konzept bezieht sich ausdrücklich auch auf Deutschland. “Neben den offiziell etwas über drei Millionen Arbeitslosen gibt es hierzulande über drei Millionen Teilzeitbeschäftigte, die im Schnitt 14,7 Stunden in der Woche arbeiten und denen das nicht reicht”, sagte Bontrup der “taz”…
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“Made in Germany” boomt – Apokalypse fällt aus

Die Welt vom 8.2.2013 von Ulf Poschardt
Die Selbstdemontage der christlich-liberalen Koalition ist unsäglich, hat der deutschen Wirtschaft aber nicht geschadet. Der ökonomische Kurs stimmt. Wichtig ist nun vor allem eines – Kontinuität.
“Denn wer da hat, dem wird gegeben”, heißt es in der Bibel. Dieser Matthäus-Effekt (nach dem Evangelium benannt) denkt Nachhaltigkeit vom Erfolg her. Nachhaltig erfolgreich ist nur, wer diesen Erfolg solide vorbereitet und sorgsam hütet. Der jüngste deutsche Exportrekord verdeutlicht, wie entschieden die Lehren aus den Jahren der Krise gezogen wurden, als Deutschland “der kranke Mann Europas” war. Heute ist er so genesen, dass er unübersehbar seine Nachbarn überragt.

Gründe dafür gibt es viele: von der neoliberalen Wende in den Talkshows der späten 90er-Jahre über die schröderschen Reformen bis hin zu der Radikalität, mit der deutsche Unternehmer ihre Betriebe schrumpften, neu erfanden und modernisierten. Das Trauma der Standortschwäche war derart schmerzhaft empfunden worden, dass eine Wiederholung ausgeschlossen werden sollte…
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Das Märchen „Made in Germany“

taz.de vom 18.01.2013 von von Nicola Liebert

WTO und OECD wollen es genau wissen: Wird die Herkunft einzelner Produktkomponenten berücksichtigt, verändern sich die Außenhandelsbilanzen
„Made in Germany“ steht für Qualität, die nicht unbedingt aus Deuschland stammt.  Die Welthandelsorganisation WTO und der Club der Industrieländer, die OECD, haben sich darangemacht, die Außenhandelsstatistik zu revolutionieren. Ihre Ökonomen untersuchten: Was heißt eigentlich „Made in Germany“ oder „Made in China“? Oder genauer: Wie soll ein deutsches Exportgut, dessen Bestandteile in China hergestellt wurden, in der Handelsbilanz bezeichnet werden.
Bislang ist die Sache einfach: Überquert eine Handelsware im Wert von 100 US-Dollar die Grenze, tauchen in der Handelsbilanz 100 Dollar als Export auf. Das findet die OECD-WTO-Arbeitsgruppe zu einfach: Es berücksichtige nicht, dass Exportgüter oft auch aus importierten Komponenten bestehen…
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Glanz von “Made in Germany”

Die Gründe, warum mittelständische Firmen an die Neiße kommen, sind vielfältig Von Constantin von Pocci und Stefan Seewald – 9. Oktober 2012

Es ist das typische Bild: Deutsche Firmen verlagern Arbeitsplätze ins Ausland – um konkurrenzfähig zu werden. Da klingt es beinahe wie verkehrte Welt, wenn der Pole Marek Kaliga erläutert, dass er eine Firmenniederlassung in Görlitz gegründet hat – um konkurrenzfähig zu werden. Kaligas Firma tp-Elbud produziert in Polen Schaltschränke und liefert diese beinahe in alle Welt – Deutschland, Russland, Brasilien. An einem der Schaltschränke hängt ein Schild, auf dem “Faluja” steht. Die derzeitige Produktion geht in den Irak. Der Wiederaufbau des kriegsgeschundenen Landes beginnt auch hier in Görlitz…
…Daher entschied sich Kaliga, eine Firma in Deutschland zu gründen. Die Wahl auf Görlitz fiel schnell: nur 300 Kilometer von der Zentrale im Polen entfernt, fast alles Autobahn. Das Ziel: Produkte für die Premiummärkte in Saudi-Arabien, Dubai und Abu Dhabi nach deutschem Standard zu produzieren, um diese dann mit dem Label “Made in Germany” vermarkten zu dürfen…
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Made in Germany – Gefährliches Gütesiegel

SZ vom 23.08.2012, ein Kommentar von Björn Finke
Design, Forschung, Tüftlergeist – mit diesen Tugenden wurde Deutschland zum Ausstatter der Globalisierung. Noch heute vertrauen die Kunden darauf, deutsche Wertarbeit einzukaufen. Aber was haben die Beschäftigten hierzulande davon, wenn Konzerne neue Fabriken immer öfter im Ausland ansiedeln? Bald nicht mehr viel.
Dreiste Kopien heimischer Waren, nur billiger und schlecht verarbeitet: Die Industriebosse sind empört und fordern von der Regierung ein hartes Vorgehen gegen die Plagiateure aus dem aufstrebenden Staat.
Das klingt nach einer der vielen Handelsstreitigkeiten, die sich an Produkten aus China entzünden. Tatsächlich war aber in diesem Fall Deutschland der Missetäter, genauer: das Deutsche Reich. Die wegweisende Episode spielt 1887, und die gereizten Industriebosse saßen in Großbritannien.
Ihre Intervention in London stand am Anfang einer beispiellosen Erfolgsgeschichte, sie schuf eines der wertvollsten Markenzeichen der Welt: Made in Germany. Um die Bevölkerung vor minderwertigen Einfuhren aus dem Reich der Hunnen zu warnen, vergatterte die britische Regierung vor 125 Jahren, am 23. August 1887, deutsche Hersteller dazu, ihre Waren mit jenem Kennzeichen zu markieren: Hergestellt in Deutschland.
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Streben nach Größe – China kauft “Made in Germany”

n-tv.de, 23.08.2012
Kaufen, wenn die Kanonen donnern: China nimmt sich an der alten Börsenweisheit ein Beispiel und streckt seine Fühler nach deutschen Unternehmen aus. Der niedrige Euro-Kurs und die Schuldenkrise in der Eurozone versprechen einige Technologie-Schnäppchen. Genügend finanzielle Mittel sind vorhanden.

Es könnte die bislang größte chinesische Investition in Deutschland werden. Am Hauptsitz der Shandong Heavy Industry Group in der Provinzhauptstadt Jinan in Ostchina ist Nervosität und Zurückhaltung zu spüren. Das Interesse an einem Einstieg beim deutschen Gabelstaplerhersteller Kion in Wiesbaden ist offensichtlich. Auch fehlt es nicht am Geld in den Kassen des großen chinesischen Baumaschinenproduzenten, der mächtig vom Bauboom in China profitiert. Aber wo die Verhandlungen stehen, wollte in der Investitionsabteilung des Staatskonzerns niemand sagen.

Die zuständigen Leute, die Details wüssten, seien eben “alle in Deutschland”, sagte ein Mitarbeiter. Von einem möglichen Kaufpreis von 700 Mio. oder 800 Mlo. Euro berichten das “Handelsblatt” und das “Manager Magazin”. Verhandelt werde mit den Besitzern Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Goldman Sachs. Im Gespräch sei eine Kapitalerhöhung, die den Chinesen einen Anteil von 25 Prozent an dem Unternehmen sichern würde, das zu den weltweit führenden Herstellern von Stapelfahrzeugen gehört…
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EU-Diskussion über Gütesiegel “Made in Germany” sorgt für Verwirrung

INGENIUER 360, Datum: 02.2.12
„Made in Germany“, diese Produktkennzeichnung stellt weltweit ein hochkarätiges Gütesiegel dar und ist von dementsprechend großer Bedeutung für die deutsche Industrie.
Nach dem gängigen EU-Ursprungsrecht wird die Länderbezeichnung eines Produktes danach vergeben, wo dessen letzter wesentlicher Produktionsschritt stattfindet.
Der litauische EU-Kommissar Algirdas Semeta, zuständig für das Ressort Steuern und Zollunion, Audit und Betrugsbekämpfung, löste mit seinem Vorstoß zur Änderung des Ursprungsrechts blanke Empörung in der deutschen Industrie aus. Nach Semetas Vorstellung soll die Ursprungsbezeichnung künftig zusätzlich berücksichtigen, dass mindestens 45% der verarbeiteten Produktteile aus dem Ursprungsland stammen…
…Dies würde einen spürbaren Konjunkturschub der europäischen Wirtschaft zur Folge haben, mit entsprechend steigenden Steuereinnahmen für die Regierungen.

Somit ist Semetas Vorschlag durchaus berechtigt und zudem würde er für größere Produkttransparenz sorgen, denn gegenwärtig können Verbraucher kaum abschätzen, wo und unter welchen Bedingungen ein Produkt überhaupt gefertigt wurde.
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