EU-Gesetz will „Made in Germany“ abschaffen

Deutsche Mittelstandsnachrichten vom 15.02.2013
Unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes will die EU-Kommission eine Neuregelung der „Made in“-Kennzeichnung durchsetzen. Ausschlaggebend für die Länderangabe soll nun sein, wo der letzte Bearbeitungsschritt stattfindet. Doch dadurch würden deutsche Unternehmen stigmatisiert. 
Am Mittwoch legte die EU-Kommission Gesetzesvorschläge vor, welche die Angabe des Herkunftslandes auf allen in der EU verkauften Verbraucher-Produkten vorschreiben sollen. Das Entscheidende an der Neuregelung ist, dass nun der letzte Bearbeitungsschritt für die Länderangabe ausschlaggebend ist. Bisher darf das Label „Made in Germany“ dann verwendet werden, wenn das Produkt seine wesentlichen Eigenschaften in Deutschland erhalten hat…
…Doch durch die Änderungen würden deutsche Unternehmen massiv benachteiligt, sagt Christoph Schäfer vom Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Doch durch die Änderungen würden deutsche Unternehmen massiv benachteiligt, sagt Christoph Schäfer vom Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Denn selbst wenn in Deutschland ein Großteil der Wertschöpfung stattfinde wie das Design oder die Produktion hochwertiger Stoffe, könne nun den Produkten das Label „Made in Germany“ verwehrt werden.
Wenn nämlich der letzte Produktionsschritt im Ausland stattfinde, dann müsse dieses Land genannt werden, so Schäfer…
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Offener Brief: Forscher und Politiker fordern 30-Stunden-Woche

Spiegel-Online 11.02.2013
Es klingt ein wenig wie ein Aufruf aus den siebziger Jahren. Hundert Wissenschaftler, Gewerkschafter und Politiker fordern eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Begründung: Ein “Überangebot an den Arbeitsmärkten” führe zu schrumpfenden Gehältern.
Niedrige Löhne, befristete Beschäftigungen, Fachkräftemangel – diese Probleme werden aktuell beim Thema Arbeitsmarkt diskutiert. Von kürzeren Arbeitszeiten war lange nicht mehr die Rede. Nun wagen mehr als hundert Forscher, Politiker und Gewerkschafter einen neuen Vorstoß – sie fordern eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. In einem Brief, der am Montag veröffentlicht werden soll, wenden sie sich laut “tageszeitung” (taz) an die Vorstände ihrer Organisationen und Verbände. Unter den Unterzeichnern sind der Zeitung zufolge Katja Kipping und Sahra Wagenknecht von der Linkspartei sowie der Sozialphilosoph Oskar Negt.
“Wir brauchen ein gesamtgesellschaftliches Projekt Arbeitszeitverkürzung, es kann keine rein tarifpolitische Aufgabe mehr sein”, sagte Hein-Josef Bontrup, Wirtschaftsrechtler an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen und Mitinitiator des Briefs, der “taz”. Hintergrund der Forderung sei die hohe Arbeitslosigkeit in Europa. “Ein Überangebot an den Arbeitsmärkten führt zu Lohnverfall”, heiße es in dem Aufruf. Die Krisenlasten dürften nicht länger der lohnabhängigen Bevölkerungsmehrheit und den Arbeitslosen aufgebürdet werden.
            Das Konzept bezieht sich ausdrücklich auch auf Deutschland. “Neben den offiziell etwas über drei Millionen Arbeitslosen gibt es hierzulande über drei Millionen Teilzeitbeschäftigte, die im Schnitt 14,7 Stunden in der Woche arbeiten und denen das nicht reicht”, sagte Bontrup der “taz”…
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“Made in Germany” boomt – Apokalypse fällt aus

Die Welt vom 8.2.2013 von Ulf Poschardt
Die Selbstdemontage der christlich-liberalen Koalition ist unsäglich, hat der deutschen Wirtschaft aber nicht geschadet. Der ökonomische Kurs stimmt. Wichtig ist nun vor allem eines – Kontinuität.
“Denn wer da hat, dem wird gegeben”, heißt es in der Bibel. Dieser Matthäus-Effekt (nach dem Evangelium benannt) denkt Nachhaltigkeit vom Erfolg her. Nachhaltig erfolgreich ist nur, wer diesen Erfolg solide vorbereitet und sorgsam hütet. Der jüngste deutsche Exportrekord verdeutlicht, wie entschieden die Lehren aus den Jahren der Krise gezogen wurden, als Deutschland “der kranke Mann Europas” war. Heute ist er so genesen, dass er unübersehbar seine Nachbarn überragt.

Gründe dafür gibt es viele: von der neoliberalen Wende in den Talkshows der späten 90er-Jahre über die schröderschen Reformen bis hin zu der Radikalität, mit der deutsche Unternehmer ihre Betriebe schrumpften, neu erfanden und modernisierten. Das Trauma der Standortschwäche war derart schmerzhaft empfunden worden, dass eine Wiederholung ausgeschlossen werden sollte…
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Porsche sind wieder „Made in Germany“

EXPRESS.DE vom 16.12.2012
Köln – Die komplette Produktpalette von Porsche ist wieder „Made in Germany“. Wurden Boxster und Cayman bislang teilweise in Finnland produziert, rollen die neuen Generationen wieder in Deutschland vom Band. Wir zeigen, wo deutsche Automodelle sonst so gebaut werden.
Porsche-Chef Matthias Müller erteilt einer Fertigung im Ausland derzeit eine Absage. „Wir sind ein deutsches Unternehmen – und für uns hat es schon einen Wert sagen zu können, das Auto wurde entwickelt und produziert in Deutschland“, sagt Müller. „Nicht nur für uns hat es einen Wert, sondern auch für unsere Kunden.“ Das gelte in besonderem Maße für die Käufer im Ausland.

Auf den Golf ist noch Verlass: Deutschlands meistverkauftes Auto ist tatsächlich „Made in Germany“. Allerdings kommen etliche VW-Modelle auch aus dem Ausland.
Die Situation würde sich aber dann ändern, wenn der Import von Autos in wichtige Länder deutlich erschwert würde, beispielsweise durch hohe Zölle. „In China muss man abwarten, wie sich die neue Regierung aufstellt mit entsprechenden Gesetzgebungen, dann werden wir sehen“, sagte Müller. Porsche hat eigene Standorte in Stuttgart-Zuffenhausen und Leipzig und produziert das Modell Boxster/Cayman unter dem Dach des Mutterkonzerns Volkswagen in Osnabrück.
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Das Märchen „Made in Germany“

taz.de vom 18.01.2013 von von Nicola Liebert

WTO und OECD wollen es genau wissen: Wird die Herkunft einzelner Produktkomponenten berücksichtigt, verändern sich die Außenhandelsbilanzen
„Made in Germany“ steht für Qualität, die nicht unbedingt aus Deuschland stammt.  Die Welthandelsorganisation WTO und der Club der Industrieländer, die OECD, haben sich darangemacht, die Außenhandelsstatistik zu revolutionieren. Ihre Ökonomen untersuchten: Was heißt eigentlich „Made in Germany“ oder „Made in China“? Oder genauer: Wie soll ein deutsches Exportgut, dessen Bestandteile in China hergestellt wurden, in der Handelsbilanz bezeichnet werden.
Bislang ist die Sache einfach: Überquert eine Handelsware im Wert von 100 US-Dollar die Grenze, tauchen in der Handelsbilanz 100 Dollar als Export auf. Das findet die OECD-WTO-Arbeitsgruppe zu einfach: Es berücksichtige nicht, dass Exportgüter oft auch aus importierten Komponenten bestehen…
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