IHK streitet für „Made in Germany“

P.T. Magazin, 31. Dezember 2011,  von: Stefan Möslein
(IHK Halle) Nach den Plänen der Europäischen Kommission gerät das Gütesiegel „Made in Germany“ in Gefahr. Davor warnt die Industrie-und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) ihre Mitgliedsunternehmen. Demnach wolle die EU ein komplizierteres Verfahren für Herkunftsbezeichnungen von Produkten einführen. „Die geplante Neuregelung des Zollwesens bedroht den Verkaufsschlager ‚Made in Germany’…
…Folge: Produkte gelten nicht mehr als „Made in Germany“, wenn die Kosten
für Vormaterialien oder Rohstoffe aus Drittländern einen gewissen Wert
übersteigen. Dies gelte selbst für Waren, die komplett in Deutschland fertiggestellt werden. „Durch die veränderten Ursprungsregeln entsteht ein
unnötiger Verwaltungsaufwand“, kritisiert Stodtko…

Wo unsere Autos gebaut werden

Kölnische Rundschau 18.12.2011: Das Qualitätssiegel „Made in Germany“ trifft heute längst nicht mehr auf alle Autos deutscher Hersteller zu. Audi, BMW, Mercedes oder VW haben Produktionsanlagen in aller Welt. Wir zeigen, wo unsere Autos tatsächlich gebaut werden.

Auf den Golf ist noch Verlass: Deutschlands meistverkauftes Auto ist tatsächlich „Made in Germany“. Im Stammwerk in Wolfsburg und in Zwickau rollt der Bestseller vom Band. Gleiches gilt auch für den Passat, der im VW-Werk in Emden zusammengeschraubt wird.

Ab dem dritten Platz der deutschen Zulassungsstatistik (2. Quartal 2011) wird es allerdings schon schwierig mit der Produktzuordnung. Der VW Polo wird von den meisten Autokäufern sicherlich als typisch deutsches Produkt gesehen, seine Wurzeln liegen aber tatsächlich in Spanien.
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Die nächste Welle der Globalisierung

von Olaf Storbeck und Dirk Heilmann | Quelle: Handelsblatt Online 10.12.2011

Paradigmenwechsel: Die Jagd nach dem billigsten Produktionsstandort geht derzeit zu Ende. Unternehmen von morgen bauen reißfeste Lieferketten und suchen Talente auf der ganzen Welt.

Der Mann, der den Begriff der Globalisierung in die Umgangssprache einführte, hat in vielen Dingen Recht behalten. “Die Bedürfnisse und Sehnsüchte der Welt sind unwiderruflich homogenisiert worden”, schrieb der deutschstämmige Professor Theodore Levitt 1983 in einem epochemachenden Aufsatz in der Zeitschrift “Harvard Business Review”. Darin sagte er “den Aufstieg globaler Märkte für standardisierte Konsumprodukte in einem bisher unvorstellbaren Ausmaß” voraus. Die dadurch mögliche Massenproduktion werde die Preise drücken und globale Konzerne entstehen lassen.

Was Levitt damals noch nicht einmal ahnen konnte, waren spätere Großereignisse wie das Ende des Ostblocks oder die Öffnung der Milliardenmärkte China und Indien. Diese ergänzten die Globalisierung der Produktwelt um die Globalisierung der Arbeitswelt, die noch viel größere Kostensenkungen ermöglichte als Levitt erwartet hatte. Ein aktuelles Symbol für beide Facetten der Globalisierung ist das iPhone:
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